Ihr Hotel Verhaegen befindet sich im ehemaligen Anwesen der gleichnamigen belgischen Adelsfamilie, einem höchst eindrucksvollen Herrenhaus. Die neuen Inhaber vereinen hier ihren privaten Wohnsitz, ihr Innenarchitekturstudio sowie ein Bed and Breakfast und lassen so ihre Gäste an ihrer Freude an großartiger Einrichtung teilhaben.

Hotel Verhaegen Neoo Selon Neo Schlafzimmer

Schokoladenbraune Wände und schilfgrüne Seide – ein perfektes Farbmatch in einem der Hotelzimmer

Hotel Verhaegen Neoo Selon Neo Garten

Bei schönem Wetter wird das Frühstück im malerischen Garten serviert.

Im belgischen Gent befindet sich ein ganz besonderer Ort – mit ganz besonderen Inhabern. 2004 eröffneten die Innenarchitekten Jan Rosseel und Marc Vergauwe das Hotel Verhaegen in einem prachtvollen Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert.

Auf der Suche nach einem neuen Ort für ihr gemeinsames Innenarchitekturstudio stießen sie auf den imposanten Bau und verliebten sich augenblicklich. Die Besichtigung fand um elf Uhr morgens statt und beim Mittagessen war es bereits beschlossene Sache: Das Paar würde sein gemeinsames Haus verkaufen, in das neue Anwesen ziehen und auch sein Innenarchitekturstudio Neoo Selon Neo dort einrichten. Da noch mehr als genug Platz war, den es zu füllen galt, entschlossen sich die beiden, zusätzlich noch ein Bed and Breakfast zu eröffnen.

Die Idee, als Innenarchitekten ein Gasthaus zu führen, lag insofern recht nah, als in Marcs Familie das Hotelwesen eine starke Tradition hat. Beide Elternteile kommen aus Hoteliersfamilien und besitzen jeweils zwei Hotels – die Großmutter war sogar Inhaberin eines wahrhaften Palastes von einem Hotel an der belgischen Küste. Ein Gebäude, wohl am ehesten mit dem Negresco in Nizza vergleichbar: mit zwei Türmen, ellenlangen Treppenaufgängen und zwei Fahrstühlen in der Mitte sowie einer eindrucksvollen Auffahrt, in der sich die Gäste vom Chauffeur vorfahren ließen.

Hotel Verhaegen Neoo Selon Neo Fassade und Garten

Buchsbaumhecken, Palmen und Seerosenteich – im Innenhof des Anwesens befindet sich die grüne Oase des Hauses. 

Hotel Verhaegen Neoo Selon Neo Interior Design

Moderne Kunst wie das Impasto von Ettore Spalletti und der Globus von Yves Klein treten im Hotel Verhaegen in einen interessanten Dialog mit antiken Möbeln und Accessoires.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass es sich bei Marcs und Jans Bed and Breakfast nicht um eine piefige Pension mit Filterkaffee handelt, sondern um ein Gasthaus auf allerhöchstem Niveau. Das glamouröse Anwesen der Adelsfamilie Verhaegen wurde in perfekt erhaltenem Zustand an die jetzigen Inhaber weitergegeben. Die Herausforderung bestand darin, den ursprünglichen Charme des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes zu erhalten und es dennoch ins 21. Jahrhundert zu bringen. »Niemand möchte in einem Museum leben«, so Jan Rosseel. »Die Räume mussten den heutigen Bedürfnissen angepasst werden, um den höchstmöglichen Komfort zu bieten.« 

»Unsere Gäste betreten eine andere Welt, wenn sie bei uns sind. Sie sind wie in einer Blase, einer wunderschönen Blase, weit weg von ihrem Alltag«, so Jan Rosseel.

Der Umbau brachte große Herausforderungen mit sich, denn wie verlegt man Rohre, ohne das exquisite Parkett zu öffnen? Wie verlegt man Leitungen, ohne die mit antiker chinesischer Tapete bezogenen Wände zu beschädigen? Und wie integriert man moderne Kunst, wenn sich überall kostbare Wandmalerei aus dem 18. Jahrhundert befindet? Mit großem Können, ebenso großem Erfindungsreichtum und exzellentem Geschmack haben sich die beiden Innenarchitekten, Kunst- und Antiquitätenliebhaber diesen Aufgaben gestellt und einen einzigartigen Ort geschaffen.

Hotel Verhaegen Neoo Selon Neo chinesischer Salon

Im chinesischen Salon lässt es sich besonders gut am Kamin entspannen – findet auch Hund Kandinsky.

Hotel Verhaegen Neoo Selon Neo Esszimmer

Der wohl wichtigste Raum des Hauses ist das Speisezimmer – auch blauer Salon genannt. 

Im Hotel Verhaegen treffen hohe Decken, vergoldeter Stuck und feinstes antikes Silber auf zeitgenössische Möbel und moderne Kunst, unter der sich sogar ein Monochrom von Yves Klein befindet. Die Wandfarben sind dem 18. Jahrhundert entsprechend, auch die Kronleuchter sind Originale. Bei den Möbeln haben sich Jan und Marc die Freiheit genommen, moderne Stücke einzusetzen. 

Die Räume sind eindrucksvoll, aber nicht einschüchternd, sondern einladend und gemütlich. Das repräsentative Gebäude mit den kostbaren Wandgemälden ist ein freundliches Gasthaus geworden, in dem man mit den Gastgebern unter einem Dach wohnt und, wenn es sich ergibt, auch gemeinsam frühstückt. Private und öffentliche Räume überschneiden sich. Im blauen Salon, dem Esszimmer von Jan und Marc, wird auch das Frühstück für die Gäste serviert. So entstehen Kontakte, Unterhaltungen und sogar Freundschaften. »Viele unserer Gäste haben die gleichen Wertvorstellungen und schätzen die gleichen Dinge«, resümiert Marc. »Wir haben niemals Kunden, sondern nur Freunde.«

Hotel Verhaegen Neoo Selon Neo Entree

Das vergleichsweise urige Entree mit Natursteinböden und viel Holz. 

Hotel Verhaegen Neoo Selon Neo Frühstücksbereich

Die Wände des Speisezimmers ziert die spätbarocke Wandmalerei des flämischen Künstlers Petrus Johannes van Reysshoot. 

Wer für sich sein möchte, kann dies natürlich auch. Die erfahrenen Gastgeber haben gute Antennen dafür, wer seinen Kaffee lieber ungestört trinkt und wer sich über eine Unterhaltung freut. 

Als Gast hat man aber immer die Möglichkeit, sich mit Jan oder Marc über Kunst zu unterhalten, mit Hund Kandinsky im Garten zu spielen oder sich bei Gästebetreuer Peter die besten Insidertipps für den Aufenthalt in Gent zu holen.

Wer also Luxus schätzt, anonyme Hotels aber weniger, für den ist das Hotel Verhaegen genau das Richtige. Man wird hier Teil eines Haushalts – eines zugegebenermaßen sehr altmodischen Haushalts, so Jan. Die Wäsche wird hier noch von Hand gestärkt und gebügelt, in keinem modernen Luxushotel findet sich so viel kostbares Silber, das jede Woche von Hand poliert wird. »Es gibt heutzutage so viele aufdringliche, vulgäre Dinge«, findet Jan. »Le vrai luxe n'est pas remarqué – der wahre Luxus ist unsichtbar, er steckt in den kleinen Dingen.«

Ein Beitrag von Katharina Schwarze

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