Ganz in der Nähe des Münchener Gärtnerplatzes lebt Ulrich Tredup, was er hinter zahlreichen prominenten Haustüren anwendet: eine Mischung aus Vintage und Contemporary, Poesie und Rationalismus. Zwar ist jeder von Tredups Privaträumen relativ überschaubar, doch jeder einzelne Raum ist ein Universum für sich.

Der Interior-Designer Ulrich Tredup.

»Getrennt sind für mich Arbeiten und Leben nur durch ein Treppenhaus und ein paar Türen«,
meint Ulrich Tredup.


Mit seinem Faible für starke Farben steht er für Kombinationen, die vielleicht auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen.
Seine Lieblingstöne? »Grüngrau und Karminrot.« 
Ungefähr wie an seinem liebsten Rückzugsort, dem Schlafzimmer. Hier sind graue Wände der neutrale Hintergrund für Beerentöne, etwa bei den beiden Samtsesseln vom italienischen Traditionshersteller Azucena am Bettende.

FirstLiving-AndreasvonEinsiedel-UlrichTredup-TredupInteriors

Von den beiden Samtsesseln am Bettende von Azucena bis zur Bettwäsche:
Im Schlafzimmer harmonieren Auberginetöne und Grau.

Für Samt und die Palette der theatralischen Rottöne steht ja der große Anti-Minimalist Jacques Grange. Bei dem französischen Interior-Designer begann die Karriere von Ulrich Tredup noch während des Studiums der Innenarchitektur in Rosenheim.

»Ich war in seinem Pariser Studio der erste Praktikant.« Deshalb durfte Tredup viel mehr als nur reinschnuppern. Unter anderem hat er an der Normandie-Residenz von Yves Saint Laurent und Pierre Bergé mitgearbeitet. Deren inzwischen weitgehend zerschlagene Kunstsammlung ging bis in die Antike zurück.

Subtiles Farbenspiel im Wohnzimmer:
Karminrot, Moosgrün und graugrüne Wände. 

Der leidenschaftliche Sammler Tredup ist konsequent bei der Auswahl der schönen Dinge, mit denen er sich umgibt. 
»Kunst und Objekte, auf die man nicht verzichten möchte, machen aus einem Haus ein Heim.« Tredup liebt es, Möbel und Kunstobjekte aussagestark zu inszenieren. »Er hat keine Angst vor der großen Geste und lässt sie dadurch selbstverständlich und authentisch erscheinen«, sagt Talbot-Runhof-Designer Adrian Runhof über Tredup, der dessen ersten Münchener Flagship-Store und dessen Privatwohnung gestaltet hat. Ein gutes Beispiel ist die Fotografie des Künstlers Brian McKee in Tredups Arbeitszimmer. Ein Blick in ein ausgebombtes Haus in Afghanistan. Die zarte graugrüne Wand und das warme Rot des Daybeds annullieren die kalte Brutalität der Szene. Oder mehr noch: Sie geben dem eiskalten Statement aus unserer Zeitgeschichte einen ganz anderen Platz.

Politische Atmosphäre im Arbeitszimmer: Fotografie aus der Afghanistan-Serie des in New York lebenden Künstlers Brian McKee.

Zwischen den Jahrhunderten:
Eichenkommode aus dem 19. Jahrhundert
mit einer Lampe aus den 1950ern.

Das ist eben die Quintessenz von Herrn Tredups Philosophie von Interieurs:
Epochen sinnvoll und sinnlich verbinden. Im Schlafzimmer harmoniert eine Eichenkommode aus dem 19. Jahrhundert – »zusammen mit der Worpsweder Landschaft des Malers Uwe Peters aus meinem Elternhaus in Bremerhaven ist sie eines der wenigen Erbstücke hier« – mit einer Tischleuchte aus den 1950ern.

Das Entree wird neu definiert – und fungiert als wichtiges Element in Tredups Welt: als Diningroom. Warum? Ulrich Tredup empfängt oft und gerne »Freunde und Bekannte, die in unterschiedlichen Bereichen tätig sind, am runden Tisch, den ich im Nu ausziehen kann«. Dann kocht er mit Leidenschaft und freut sich, an seinem Tisch Geschirrsammlungen, Kerzenleuchter und Windlichter immer wieder neu zu kombinieren.
Inspiration des Moments für ein ideales Menü?
»Thunfisch-Tatar, gedämpftes Gemüse mit Quinoa.« 

Sowohl Entree als auch Diningroom.

Natur und Nostalgie in der angrenzenden Küche.
 

COPYRIGHTS

Tredup Design.Interiors.
tredup-interiors.com
Porträt: Jorinde Gersina
jorindegersina.com
Interior: Andreas von Einsiedel - Interior Photography
einsiedel.com

Ein Beitrag von Katharina Zilkowski

Zum Expertenprofil von tredup Design.Interiors

Traumhafte Objekte und kompetente Experten finden