Vogelperspektive: Ein neues Baumhaus für Schwedens Treehotel

Hotel, Architektur

Ein kleines Häuschen hoch oben in den Wipfeln, weit weg von den Eltern und dem Rest der Welt, ein Ort nur für sich, an dem man in aller Seelenruhe spielen und faulenzen kann – wer hat sich als Kind nicht gewünscht, ein eigenes Baumhaus zu besitzen?

Für die meisten von uns ist es wahrscheinlich bei dem Wunsch geblieben. Bis heute, denn so ein kleiner Rückzugsort mit Aussicht ist schließlich auch für viele Erwachsene eine traumhafte Vorstellung. Sie auf Dauer zu verwirklichen muss vielleicht aber gar nicht sein. Ein Kurztrip ins Baumhaus-Hotel genügt.

Das Treehotel im nordschwedischen Harads bedient die Sehnsucht nach Abenteuer, Natur und Auszeit, aber bietet gleichzeitig allen Luxus für gehobene Ansprüche. Gelegen mitten in den nordschwedischen Wäldern, abseits des kleinen Dorfes und sowieso weit weit weg von Trubel und Hektik großer Städte stehen im Treehotel gleich mehrere Baumhäuser den Gästen zur Verfügung. Jedes von ihnen ist einzigartig und ein Kunstwerk für sich, gestaltet allesamt von einem anderen skandinavischen Architekturbüro. Mit „The 7th Room“ ist nun das siebte hinzugekommen, entworfen von Snøhetta aus Oslo.

„The 7th Room“ ist eine Hommage an die traditionelle skandinavische Hütte und an die majestätische Pracht der schwedischen Kiefernwälder. Seine Form ist simpel. Ein wenig sieht es so aus, als seien einer einfachen Holzhütte Stelzen gewachsen. Ziemlich hohe und ziemlich viele sogar: Zwölf Pfeiler halten das Baumhaus, das mit seinen 55 Quadratmetern Platz für bis zu fünf Gäste bietet, stabil in zehn Metern Höhe.

Transparenz war eines der Leitmotive der Architekten. Riesige Fenster potenzieren die Vorstellung, ganz in der Natur zu sein, ebenso der Boden der Terrasse, der nur aus einem Netz besteht. Mitten durch den u-förmigen Bau hindurch wächst eine Kiefer. Näher kann man dem Wald fast nicht sein. Genau das war gewollt: Ziel von Snøhetta war es, die Grenzen zwischen Innen und Außen verschwimmen zu lassen.

Verkleidet ist das Refugium mit angekohltem, witterungsbeständigem Kiefernholz. Im Innenraum sorgen Wände aus hellem Birken- und Böden aus Eschenholz für Kontraste zum schwarzen Äußeren. Die Einrichtung ist – was könnte auch besser passen – skandinavisch minimalistisch gehalten. Es gibt zwei Schlafzimmer und einen Wohnbereich mit Kamin. Am schönsten jedoch ist die Aussicht über die Wälder Lapplands und den Fluss Lule hinweg, die man zum Beispiel von den beiden Scandia-Chairs von Hans Brattrud aus genießt – nur schwindelfrei sollte man dafür sein.

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